Endrunde: Erfreuliche Bilanz beim DWZ-Gewinn
Ein Bericht von René
In der U20 konnte Deniz in der letzten Runde endlich noch einmal gewinnen.
Mit zwei Punkten wurde er zwar nur Letzter, allerdings hat er dabei sogar noch
ein bisschen DWZ gewonnen, was zeigt, wie stark das Turnier besetzt war. Wenn er
erst in die Partien gekommen ist, konnte er gut mithalten, allerdings wurde ihm
doch recht häufig aufgezeigt, dass sein Eröffnungsrepertoire besonders mit
Schwarz höheren Ansprüchen noch nicht genügt.
Mit einem kurzen Remis
beendete Dennis das U18 Turnier. Er hat genau die Hälfte der Punkte gemacht und
lag damit auf dem Papier genau im Soll, ist aber sehr unzufrieden mit sich, da
er einige gute Möglichkeiten hatte, die er leichtfertig vergab. Vielleicht hat
er seine Gegner teilweise unterschätzt.
Lucas verlor leider seine letzte Partie
und landete auf seinem Setzlistenplatz. Obwohl er lange nicht mehr zum Training
gegangen ist, konnte er richtig gut mithalten und jeden seiner Gegner lange
Kampfpartien abliefern. DWZ hat er übrigens keine verloren, was genau wie bei
Deniz zeigt, dass er mit seiner Leistung hochzufrieden sein kann. Leider gibt es
beim Schach keine B-Note für eine gute Haltung. Wenn er noch etwas mehr an seine
Möglichkeiten glauben würde und noch etwas aktiver spielen würde, kann er selbst
gegen diese Gegnerschaft bestehen. Für mich war sein Spiel die positive
Überraschung bei unseren älteren Teilnehmern.
In der U16 verlor Jeanette nach 29 Zügen auf Zeit, was beim Fischer-Modus
(30 Sekunden Bonus pro Zug) eigentlich nicht passieren sollte. Da ihre
Konkurrentin um den Platz bei der Deutschen Meisterschaft ebenfalls verloren
hat, wird sie nun einen Stichkampf spielen müssen. Ihre große Stärke ist ihr
sehr sicheres Spiel, sie hat kaum etwas eingestellt. Etwas arbeiten muss sie
aber noch an ihrer Motivation und ihrem Kampfgeist.
Da Peer seine letzte Partie gewinnen konnte, konnte er Jeanette noch
einholen und landete genau wie sie mit 4,5 Punkten im Mittelfeld. Seine
Chancenverwertung könnte noch besser werden, ab und an hatte er auch kleine
taktische Aussetzer, die er durch Taktiktraining sicherlich abstellen wird.
Lukas stand lange Zeit auf Gewinn, ließ dann aber eine schöne
Mattkombination zu und verlor. 3,5 Punkte sind allerdings ein gutes Ergebnis für
ihn. Wenn Lukas nun anfängt, Turniere zu spielen, wird er sich schnell
verbessern können. Seine Stärke ist sicherlich sein Optimismus am Brett, auch in
schlechten Stellungen seine Chancen zu suchen. Taktisch sollte er allerdings
noch sicherer werden.
Alle drei U16er konnten ihre DWZ zum Teil deutlich steigern.
Unser Highlight war das Abschneiden unserer U14-Jugendlichen. Leider lief
in der letzten Runde nicht mehr viel zusammen, was sehr schade ist, aber vor dem
Turnier hätte ich nicht ansatzweise damit gerechnet, was das Quartett zu leisten
vermochte.
Anton E. verlor leider seine Partie, die äußerst wild
verlief. In einem Endspiel mit Mehrfigur lief er in ein Mattnetz. Schade, sonst
wäre er Dritter geworden, doch auch der sechste Platz ist ein großer Erfolg.
Relativ chancenlos verlor Jakob seine letzte Partie und landete auf dem
achten Platz.
Tobias wurde zur Topspielerin Theodora hochgelost und stand mit den
schwarzen Steinen vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe. Er konnte allerdings
eine Unachtsamkeit seiner 700 Punkte stärkeren Gegnerin ausnutzen und Material
gewinnen. In Gewinnstellung traute er sich dann allerdings nicht zu, einer
Zugwiederholung auszuweichen. Der neunte Platz ist ein toller Erfolg.
Sehr unglücklich verlief die letzte Runde für Anton S. Er hatte das Glück,
gegen einen schwächeren Gegner runtergelost zu werden und konnte sich nach
verkorkster Eröffnung schnell eine Gewinnstellung erarbeiten. Im 40. Zug
überschritt er die Bedenkzeit, da er dachte, es würde ausreichen, wenn der
Gegner 40 Züge gemacht hat. Wirklich schade, denn mit einem Sieg wäre auch für
ihn eine Top-10-Platzierung möglich gewesen.
Demnächst wird unser Quartett in der U14 Sonderklasse um die Qualifikation
zur Norddeutschen Mannschaftsmeisterschaft spielen, hoffentlich werden alle vier
demnächst anfangen, richtige Erwachsenenturniere zu spielen, dann werden sie
weitere Erfahrung sammeln und auch in Zukunft eine gute Rolle spielen.
Bei den Mädchen konnte Maria ihre letzte Partie gewinnen und sich so den
Vizetitel sichern. Ihre große Stärke ist ihr offensives Spiel, das die Gegner zu
Fehlern verleitet. Sie könnte aber noch etwas weniger Material einstellen; das
gelegentliche Lösen von Taktikaufgaben sollte helfen.
Yasmeens Niederlage in der letzten Runde war bezeichnend für ihren
Turnierverlauf. Strategisch hat sie ihre Gegnerin ausgespielt, doch gerade in
dem Moment, als sie den Sack zumachen wollte, übersah sie eine Springergabel und
verlor Material. Von der Spielanlage her dürfte sie die stärkste Spielerin im
Feld sein, doch sie sollte bis zum Ende aufmerksam bleiben und insbesondere
Springer studieren.
Insgesamt konnten unsere Spieler 668 DWZ Punkte gewinnen, was eine
unglaublich gute Bilanz ist.
Demnächst findet das Norderstedter Osteropen statt, hoffentlich werden dort
ganz viele mitspielen und an ihre guten Leistungen anknüpfen. Davor müssen aber
noch individuell die richtigen Lehren gezogen werden.
Zweite Mannschaft 2012
Zwei Berichte von Dierk
Souverän, harmlos und superwild
"Wenn ich Weiß habe, dann freue ich mich schon im Voraus. Aber du
spielst mit Weiß so, dass man gar nicht merkt, dass du wirklich Weiß
hast. So passiv, so harmlos, so wenig nach vorne gehen deine Figuren."
Tja, das von Willi Ruehr mit wild schwingenden Händen vorgetragene
Urteil saß und war wohl letztlich auch der Grund dafür, dass meine
Partie an Brett sieben in der Partie gegen Diogenes IV verloren ging.
Da fällt mir en passant die Frage ein, wieso dieser Verein am Hammer
Park sich diesen Namen verpasst hat? Wegen der Freude am Schachspiel
vielleicht? Oder doch einfach, weil auch Niederlagen auf 64 Feldern der
eigenen Freiheit und die Freude am Leben nichts anhaben können? Fragen
über Fragen, von denen sich unser Mann an Brett 1, Willi Ruehr,
offenbar nicht hat ablenken lassen. Schnörkellos, unbeirrbar, ja fast
souverän spielte er seine Züge: "Nadelstich für Nadelstich". Nach 24
Zügen gab sein Gegner auf.
Am Brett nebenan verlief es weniger gradlinig, Daniel lieferte sich
einen offenen Schlagabtausch, von dem die Experten am Analysetisch
später die Adjektive "superwild und wüst" verwendeten. Am Ende musste
sein Kontrahent Jasmin Dalipovic die auf des Messers Schneide stehende
Begegnung verloren geben, weil Daniel - mit nur einer Dame in petto -
ein Mattmotiv rechtzeitig erkannte.
Da sich Stefan Mäther nach heftigen Patzern relativ schnell ins Aus
geschossen hatte, das Können von Moritz auch nicht aufblitzte und er
seinem Gegner folgerichtig unterlag, richtete sich die ganze
Aufmerksamkeit auf Holger, Lennert und Till. Während Holger noch aus
einer recht bedrohlichen Position immerhin ein Remis sichern konnte und
Lennert (obwohl er später cool meinte, er wäre sich ziemlich sicher
gewesen, über längere Sicht gewinnen zu können) auch einen halben Punkt
ergatterte, kam es auf unseren Joker Till an.
Und der meisterte seine Aufgabe mit Bravour und holte den für uns so
ungemein wichtigen Punkt zum 4:4 Endstand. Dabei sah es im Endspiel
zwischenzeitlich nicht sonderlich gut für Till aus, doch übersah sein
Gegner einen wichtigen Turmzug mit guten Chancen zum Sieg und ließ
stattdessen seinen Bauern ungeschützt stehen - zum Entsetzen der
umstehenden Mannschaftskameraden.
Fazit: Bei Diogenes haben wir im Kampf gegen den Abstieg einen
wichtigen Punkt geholt und mit etwas mehr "Weiß" im Bewusstsein wäre
sogar noch mehr drin gewesen... Aber: Wie jeder weiß, bringt der
Konjunktiv nicht wirklich etwas.
Bogoliobov, Trompowsky und ein blaues Auge: Der vierte Punkt wird eingefahren
Remis! "Alle Achtung", sagte kein Geringerer als Willi Ruehr zum
glücklichen Ausgang des dritten Spieltages, der, mal ganz am Rande
verraten, im Supermarkt mit Brille aussieht wie ein Halbbruder der
Bluesbrothers.
Aber zurück zum Schach: Wieder ein Punkt gegen den Abstieg, der nicht
zu Übermut verleiten, aber doch das Vertrauen in die eigene Spielstärke
gestärkt haben sollte. Sätze, die fast so klingen, wie die Antworten
von Fußballtrainern im Aktuellen Sportstudio... Egal, wie kam es nun zu
diesem enorm wichtigen vierten Mannschaftspunkt?
Da Daniel nicht viel Zeit mitgenommen hatte, bot er nach ein paar
läppischen Zügen in einer sizilianischen Eröffnung seinem Gegner Remis
an. Und was macht der? Der nimmt einfach an und beweist damit nicht
sonderlich viel Kampfgeist, aber erlöst unseren Daniel damit, der husch
von dannen zischte. Apropos Kampfgeist, daran fehlte es offenbar auch
an Brett zwei, denn Moritz bekam nach einer Caro-Kann-Eröffnung schon
in einem sehr frühen Spielstadium zweimal Remis angeboten ... Sein
Gegenüber schien nicht wirklich Lust zum Spielen zu haben, aber egal,
Schwamm drüber, im 29. Zug bot Moritz - "mir fiel nichts mehr ein" -
postwendend ein Unentschieden an, was der Unlustige, wie sollte es
anders sein, dankend annahm. Gut, gut.
Um so sportlicher ging es dafür an Brett 3 über die Bühne. Holger
entgegnete in der Eröffnung mit einer Bogoliobov-Variante und opferte
später einen Springer, was, wie er noch eine Woche später
freudestrahlend feststellte "korrekt war". Und wie der korrekt war!
"Der wurde ja auch belohnt" wie sein Gegner kurz nach dem Spiel zwar
genervt, aber durchaus "korrekt" anmerken musste.
An Brett 4 versuchte es Lennert mit der guten alten Eröffnung des Herrn
Octávio Trompowsky und holte am Ende einen wertvollen halben Punkt für
die Mannschaft. Dagegen konnte Luca bei unserem zweiten Heimspiel nur
wenig reißen und musste sich nach Standard-Italienisch und ein paar
Fehlerchen danach glatt geschlagen geben; auch meine Wenigkeit konnte
nichts fürs Mannschaftskonto ausrichten, denn trotz ordentlicher
Eröffnung ist ein Doppelbauer eben ein Doppelbauer, der nicht nur
hässlich aussieht, sondern ganz einfach reicht, um ein jähes Ende zu
erleben.
Dafür reichte Daniel Dräger an diesem Abend nach einer
Damenbauer-Spiel-Eröffnung ein Patzer des Gegners im 16. Zug, um auf
die Siegerstraße zu kommen und diese bis zum Ende nicht mehr verlassen
zu müssen. Dagegen kam Peer nach einer sizilianischen Eröffnung nur mit
einem "extrem blauen Auge" davon: Schwarz stand immer besser und kam
doch nicht über eine Punkteteilung hinaus. Schlecht für die 16.
Mannschaft des HSK, gut für uns Zweite in den Reihen der Weißen Dame.
Vierter Punkt aus drei Spielen. Eben: "Alle Achtung!"
Zweite Mannschaft 2012: Neue Liga, neues Glück
Ein Bericht von Dierk
René neigt gelegentlich zu Übertreibungen. So sagte er mir vor
dem ersten Punktspiel gegen Königsspringer um kurz nach halb sieben, ich sei zu
spät...?? Bloß weil ich ihm vorher gesagt hatte, ich würde gegen halb sieben zum
Aufbau eintrudeln... Na ja, letztlich traf ich 20 Minuten vor Beginn ein und
konnte noch in aller Ruhe die schmuddeligen Tischtücher auslegen, zusammen mit
den Mannschaftskollegen Schachuhren, Bretter und Figuren aufbauen. Denn außer
Moritz und Stefan waren alle pünktlich. Alles gut also. Es gab sogar noch ein
paar Minuten Gesprächszeit, um die Mannschaftsaufstellungen der nächsten Partien
abzustimmen. Schwere Brocken kommen auf uns zu, hieß es, und wir würden wohl
kaum Chancen haben, tatsächlich zu punkten. Um so mehr sei die Auftaktbegegnung
wichtig, um den Klassenerhalt zu sichern.
Eine Ansage, die die Zweite an
diesem grauen Freitagabend an allen Brettern offenbar ziemlich ernst genommen
hat. Am Ende kam nämlich ein passabler 6,5 Punkte-Sieg zusammen. Keine Partie
ging verloren, wobei es an einigen Brettern, wie dem von Nora, Holger und mir,
zwischenzeitlich nicht sonderlich lustig aussah. Vor allem Holger stand
zwischenzeitlich voll auf Verlust, weil er sich offenbar zu schade war, die
gleiche Figur mehrmals zu führen. "Wie sieht denn das aus, hör mal?", feixte er
nach der Partie, die er trotz des groben Patzers in einer aussichtlosen Stellung
gegen seinen jungen "grinsenden" Gegner letztlich doch noch sicher
gewann.
Dagegen musste Nora sich lange Zeit durch eine zähe Partie
kämpfen, bis ihre Gegnerin leichtfertig eine Qualität verlor und dadurch der
Punkt an unsere Amazone fiel. Indessen habe ich mein Spiel mies eröffnet, stand
lange schlechter und erreichte am Ende dann aber trotzdem eine relativ
ausgeglichene Stellung und nahm deshalb das angebotene Remis dankend an. An
Brett sechs eroberte Stefan durch eine listige Eröffnungsvariante recht früh
eine Figur und konnte sein Spiel ungefährdet bis zum Punktgewinn durchziehen.
Auch Willi zog souverän, überstürzte nichts und machte Zug um Zug, "kleine
Nadelstiche" wie er sagte, den Sack zu.
Ebenso ließ Lennert nach einer langen Negativserie (endlich)
diesmal nichts anbrennen und entschied seine Partie ungefährdet für sich.
Wechselhaft ging das Geschehen am Brett 2 zu, Dennis ließ aber einen schönen
Gewinn aus und teilte den Punkt. Ob Moritz über seinen halben Punkt genauso
glücklich war, ist zu bezweifeln.
Fazit der ersten Runde: Wir können mithalten, können die
Klasse halten und wenn wir uns reinknien, ist sogar gegen vermeintlich stärkere
Mannschaften noch was zu holen. Doch nicht abheben, realistisch bleiben und
nicht zu weit nach vorne gucken. So haben wir schon in der nächsten Runde die
Möglichkeit zu beweisen, was wir gegen auf dem Papier stärkere Mannschaften
tatsächlich bewirken können. Auf jeden Fall wird Daniel uns im schweren
Auswärtsspiel gegen Diogenes verstärken können und wer weiß, wenn die wirklich
so eröffnen, wie sie es gewöhnlich tun, dann... Mal sehen.
Egal, wie es
ausgeht, aber hoffentlich mit ein paar Siegpunkten im Rucksack wollen wir danach
in Renés Geburtstag hineinfeiern. Apropos: Die Tischdecken sind beim nächsten
Heimspiel wohl gewaschen und fast fleckenfrei, picobello quasi... wie gemacht
für einen lupenreinen Hattrick oder so.
HMM 2011: Siegesserie der Zweiten endet gegen St. Pauli
Ein Bericht von Dierk
Einzig Holger nutzt die vermurkste Eröffnung seines Gegenübers aus; er
steht die ganze Partie über gut da und gewinnt am Ende unangefochten.
Dagegen irrt Lennerts Blick schon in einem frühen Stadium umher. Kein
gutes Zeichen, was sich am Ende bewahrheiten sollte: er verliert.
Derweil komme ich gut aus der Eröffnung, starte einen Angriff auf dem
Königsflügel, den ich aber in Ermangelung von Material nicht
durchziehen kann. Allerdings klaue ich dem Gegner einen Bauern nach dem
anderen und lande schließlich einen ungefährdeten Sieg. Schon vorher
konnte Nora für uns punkten. Die einzige Dame im Raum ließ mit ihrem
unnachahmlichen sibyillinischen Blick ihrem graubärtigen Gegenüber
einfach keine echte Chance, so dass er sich am Ende der
unausweichlichen Niederlage lächelnd ergeben musste.
Tja, eigentlich war die Vorstellung jetzt schon vorbei. Doch plötzlich
stellt der Gegner von Luca ob einer Gabelung seinen Turm ein und ist
darüber so verzweifelt, dass er den Überblick verliert. Luca spürt die
Verunsicherung, spielt schnell, so dass der sympathische ältere Herr
stöhnt "das geht alles so schnell" und vollends den Überblick verliert.
Er stimmt einem Remis zu, wenngleich er das Endspiel auch ohne die
verlorene Mehrfigur gewonnen hätte. "Ich könnte mich in den Arsch
beißen", waren seine letzten Worte als er den Ort des Geschehens
verließ. "Gräme dich nicht", muss man ihm zurufen. Durch den halben
Punkt ist alles wieder offen. Alle Blicke richten sich nun auf unseren
Chemiker Moritz. Zwar versucht er bis zur letzten Sekunde Zuversicht
auszustrahlen, doch ist ein gegnerischer Bauer auf der siebten Reihe am
Ende dann doch zu viel des Drucks, so dass er sich trotz aufopferndem
Geschiebe klein bei geben muss. Tja, knapp verloren, ist eben auch
verloren. Schwamm drüber, sei es doch den St.Paulianern, sorry Daniel,
vergönnt. Zumal wir ja jetzt mehr als vier Wochen reflektieren können,
woran es denn gelegen hat... Wie dem auch sei, wie sagt doch Meister
René, "noch ist nichts verloren!" Wie im richtigen Leben also und
insofern alles halb so wild.“
Die aktuelle Tabelle:
1. Blankenese III 4 22½: 9½ 8- 0
2. Weiße Dame II 5 25½:14½ 8- 2
3. Farmsen III 5 22½:17½ 7- 3
4. St.Pauli IX 4 19 :13 6- 2
5. Bergstedt II 4 16½:15½ 4- 4
6. Hamburger SK XXVI 4 13 :19 4- 4
7. SC Rösselsprung 4 19 :13 3- 5
8. Mümmelmannsberg 5 14 :26 0-10
9. SF Sasel III 5 8 :32 0-10
Bericht zur Endrunde 2011 in Schönhagen
Vom 12.-20.März fand die Hamburger Jugend Einzelmeisterschaft (HJEM) in
Schönhagen statt. Es ist seit vielen Jahren eine Tradition der
Hamburger Schachjugend (HSJB) dieses Turnier in den Frühjahrsferien als
eine Art Jugendfreizeitreise durchzuführen. Gespielt wird nachmittags
eine Partie, am Vormittag und am Abend gibt es ein Freizeitprogramm. In
den verschiedenen Altersklassen nahmen insgesamt 100 Kinder teil und
die meisten beteiligten Vereine schickten ihre Trainer/Funktionäre als
Leiter mit, die vor Ort verschiedene Aufgaben für die Allgemeinheit
übernehmen (Zeitung, Partieerfassung, Analyse, Freizeit,
Turnierleitung, etc.), aber auch ihre eigenen Schützlinge auf die
Partien einstellen.
Elf Jugendliche aus unseren Traininggruppen waren dabei, als Betreuer kam René mit.
Die Vorbereitung von so vielen Spielern ist ziemlich anstrengend, es
wäre sicherlich gut gewesen, noch einen zweiten vereinseigenen Betreuer
dabei zu haben. Allerdings haben Dennis und Deniz auch das eine oder
andere Mal mitgeholfen.
In der U20 Endrunde konnte Jan Ludwig aus beruflichen Gründen seinen
Titel nicht verteidigen und ansonsten hat sich niemand von uns
qualifiziert.
Die U18 wurde als Rundenturnier mit zwölf Teilnehmern ausgetragen.
Deniz Schmidt spielte ein ordentliches Turnier und belegte mit 6,5
Punkten den 5.Platz. Daniel Dräger konnte sein gutes Vorjahresergebnis
nicht bestätigen, mit 3,5 Punkten musste er sich mit dem 11. Platz
begnügen. Da er seit über einem Jahr nicht mehr zum Training geht, ist
das Resultat allerdings nicht ganz überraschend. Lucas Lanzenauers
Qualifikation zur Endrunde war eine riesige Sensation, immerhin spielt
er erst seit einem guten Jahr Schach. Gegen Gegner, die größtenteils
schon seit sechs Jahren dabei sind, konnte er keine seine Nervosität
nicht ablegen und verdarb zwei Gewinnstellungen und einige weitere gute
Möglichkeiten. Sicherlich hat er in diesem Turnier sehr viel gelernt
und wird im nächsten Jahr wieder angreifen.
Die U16 (und auch alle weiteren folgenden Altersklassen) wurde mit 22
Teilnehmern als Schweizer System Turnier (es werden stets punktgleiche
Spieler gegeneinander gelost) ausgetragen. Peer von Tippelskirch konnte
sich immer im Mittelfeld aufhalten und hatte am Ende 4,5 Punkte, was
den 14.Platz bedeutete. Mit diesem Ergebnis wird er sicherlich sehr
zufrieden sein, vor allem, da er nächstes Jahr noch einmal in dieser
Altersklasse starten darf. Dennis Petru spielte ein fürchterliches
Turnier, gesetzt war er an 3, doch gelandet ist er mit 4 Punkten auf
dem 17.Platz. Er agierte extrem ungücklich und stand oft schon nach der
Eröffnung mit dem Rücken zur Wand.
In der U14 waren 24 Spieler unterwegs. In dieser Gruppe war die Spitze
extrem stark, für unsere Spieler blieben nur hintere Platzierungen.
Anton Engst konnte sich 4 Punkte erarbeiten. Einige seiner Partien
waren extrem unkonzentriert, allerdings konnte er andere Partien durch
viel Sitzfleisch noch drehen. Julius Neise spielte sehr ordentliche
Partien und konnte sich am Brett gut in die Partien reinkämpfen. 3,5
Punkte sind eine gute Ausbeute. Anton Schellin hatte sich nach seinem
extrem starken HJET Ergebnis sicherlich mehr als zwei Punkte und den
vorletzten Platz ausgerechnet. Ihm fehlt das Gefühl für den kritischen
Moment, meisten hat er seine Bedenkzeit erst genutzt, als die Stellung
schon schlecht war. Besonders an seinen Schwarzeröffnungen muss er
dringend arbeiten.
Die U12 war mit 17 Spielern recht dürftig besetzt und vor allem hinten
ziemlich schwach. Jakob Speck nutzte die Gunst der Stunde und wurde mit
6,5 Punkten Hamburger Vizemeister und darf vom 11. bis 19. Juni an der
Deutschen Jugendmeisterschaft teilnehmen. In einigen Partien war er
etwas glücklich, aber wenn er jetzt hart weiterarbeitet, wird er in
Oberhof ein gutes Turnier spielen.
In der Mädchenendrunde spielen alle Mädchen mit, die sich nicht für
ihre Altersklasse qualifiziert haben. Ob Mädchen dadurch besonders
gefördert werden oder ob dieses System in Wahrheit leistungsfeindlich
ist, ist umstritten. Maria Ludwig konnte ihren Titel nicht verteidigen
und belegte mit 5 Punkten den fünften Platz. Yasmeen Schmidt erreichte
4 Punkte und wurde 13. Beide nutzen das Turnier eher als Freizeitreise
und waren (leider auch während der Partien) mit vielen Dingen
beschäftigt, aber nicht mit Schach. Auf jeden Fall blieben beide unter
ihren schachlichen Möglichkeiten.
Hier geht’s zu den Endständen
www.endrunde.com
HJET Abschlussbericht – Alterklassen hui – Leistungsklassen Pfui
Ein Bericht von René
In der Leistungsklasse 1 konnten Dennis und Lennert den Abstieg nicht
verhindern. Lennert spielte so schlecht, dass er in Zukunft nur noch
als Leiter zur Endrunde mitfahren darf. Aber die Urkunde will er sich
neben seine alte Hamburger Meister Urkunde hängen. Immerhin steht auf
der Urkunde eine schwarze Null.
In der Leistungsklasse 2 konnte Deniz aufsteigen. Daniel, Till, Peer
und Maria sind abgestiegen, teilweise recht knapp, teilweise recht
dämlich (kampflose Niederlagen), teilweise recht deutlich. In der
U20/U18 konnte Lucas nach Wertung den ersten Platz belegen, allerdings
hatte die Turnierleitung das zunächst verplant. Der Pokal wird
sicherlich bald nachgereicht.
Lukas konnte in der U16 leider nicht so viele Punkte sammeln und hat die Qualifikation verpasst.
In der U14 hatten wir besonders viele heiße Eisen im Feuer. Beide
Antons und Tobias spielten ständig vorne mit, Julius konnte sich nach
verschlafenem Start zurück ins Turnier kämpfen. Yasmeen spielte sehr
ordentliche Partien, verpatzte in Zeitnot allerdings ein Turmendspiel
mit drei Mehrbauern zum Verlust und blieb nur im vorderen Mittelfeld.
Josua und Robin haben die Qualifikation leider verpasst, haben aber
wertvolle Erfahrung für die kommenden Jahre gesammelt.
Jakob und Nikhil konnten sich in der U12 beide vorne platzieren, leider wird Nikhil in den Frühjahrsferien Skilaufen.
Demircan hat in der U12-2 viel gelernt und wird sich nächstes Jahr bestimmt zur Hamburger Meisterschaft qualifizieren.
In der U10 sind David, Pieter und Jim ständig vorne dabei gewesen und
zur Hamburger Meisterschaft (2.+3.April in Hamburg) qualifiziert, Jakob
wird in den nächsten Jahren angreifen.
Zur Hamburger Meisterschaft in Schönhagen (12. bis 20.März) nominiert wurden
U18: Deniz, Daniel, Till, Lucas
U16: Dennis, Peer
U14: Anton, Anton, Julius (Tobias verzichtet wegen Skiurlaub)
U12: Jakob (Nikhil verzichtet wegen Skiurlaub)
Mädchen: Maria, Yasmeen
Leiter: René, Jan, Lennert
HMM Runde drei: 5:3 gegen Niendorf
Ein Bericht von Lars
Nach minutiöser Vorbereitung von Lars und René am letzten Freitag (weil
anscheinend niemand sonst René persönlich zum Geburtstag gratulieren
wollte) konnten wir unsere Siegesserie gegen den Niendorfer TSV 31
verlängern. Willi hatte aus einer schlechteren Eröffnungsstellung mit
Hartnäckigkeit und Routine Unentschieden erreicht. René kam nach einem
Fingerfehler seines Gegners aus der Eröffnung mit Vorteil heraus und
gewann eine Figur. Apollo hatte nach durchwachsenem Partiebeginn mit
einem netten taktischen Trick ein bis zwei Bauern gewonnen, die er
gegen einen mächtigen a-Freibauern eintauschte, für den der Gegner dann
den Turm geben musste. Zeljko konnte seinen Mehrbauern leider nur zu
einem halben Punkt machen, aber trotzdem stand es damit schon 3-1.
Leider kam Jan nach Eröffnungsvorteil nur in ein schlechteres Endspiel
mit Turm gegen Läufer und Springer und lief in entsetzlicher Zeitnot in
eine Springergabel. Ich selbst war von René präpariert und von meinem
liebenswürdigen Gegner mit der Nachricht von Mubaraks Rücktritt
zusätzlich in gute Laune gebracht worden und konnte glücklich einen
vollen Punkt beisteuern: 4-2, zumindest einen Mannschaftspunkt würden
wir mitnehmen. Den Siegtreffer erzielte Alice aus einem sehr
verzwickten Mittelspiel ohne Damen heraus, in dem sie besser
durchblickte. Aleksandar musste kurz darauf mit Minusqualität aufgeben,
verteidigte die Stellung aber noch in der Analyse hartnäckig.
Tabellenführung, Aufstieg, Jubelfeiern, Champagner für alle und so
weiter - zumindest bis in zwei Wochen beim HSK VII träumen wir
ein bisschen von der Landesliga.
HJET 2011 – Zwischenbilanz nach den ersten Runden
Jedes Jahr findet im Januar und Februar
die HJET (Hamburger Jugend Einzelturniere) statt, das
Qualifikationsturnier zur Hamburger Jugendeinzelmeisterschaft. Es ist
aber auch ein sehr gutes Einstiegsturnier für Anfänger, denn es gibt
verschiedene nach Alter und Spielstärke unterteilte Gruppen. Gespielt
wird samstags, Beginn und Modus ist für die Gruppen unterschiedlich.
In den Leistungsklassen spielen die besten Hamburger Jugendlichen –
unabhängig vom Alter. In der Leistungsklasse 1 gibt es vier Gruppen mit
jeweils sechs Spielern, jeder spielt einmal gegen jeden und die beiden
besten Spieler aus jeder Gruppe qualifizieren sich zur U20 Endrunde,
der Königsklasse, die letztes Jahr von unserem Jugendwart Jan Ludwig
gewonnen wurde.
Wir werden dort von Dennis Petru und Lennert Parnitzke vertreten, beide
sind in ihren Gruppen stark gefordert, Dennis hat aber schon seinen
ersten Punkt erkämpft.
In der Leistungsklasse 2 gibt es fünf Gruppen mit jeweils sechs
Spielern, jeder spielt einmal gegen jeden und die Gruppensieger steigen
in die L1 auf.
Deniz Schmidt liegt mit 2/2 besonders gut im Rennen, auch Daniel Dräger
ist mit 1,5/2 gut dabei. Peer von Tippelskirch hat erste eine Partie
gespielt und diese durch gute Verteidigung Remis gehalten. Till
Habermann und Maria Ludwig warten noch auf die ersten Punkte.
Die übrigen Teilnehmer spielen in den Altersklassen-Gruppen.
Die U20 und U18 wurden zu einer Gruppe zusammengelegt, da nur zwölf
Spieler gemeldet haben. Lucas Lanzenauer liegt mit bärenstarken 3/3
gegen nominell deutlich stärkere Gegner auf dem 2.Platz!
In der U16 sind 26 Spieler gemeldet, Lukas Münster hat 1/2, nachdem er eine Gewinnstellung noch sehr unglücklich vergeben hatte.
In der U14 sind 59 Spieler gemeldet. Anton Schellin (3,5/4) und Anton
Engst (3/4) haben beste Chancen, sich zur Endrunde zu qualifizieren,
aber auch Darius Hohlbaum, Yasmeen Schmidt und Julius Neise (alle 2/4)
liegen noch gut im Rennen. Tobias Fohrer hat bereits einen Samstag
ausgesetzt (in dieser Gruppe setzt jeder Spieler einen Samstag aus) und
liegt mit 2/2 auch voll auf Kurs. Josua Spisak (1,5/4) muss nun einen
guten Schlussspurt hinlegen, wenn er es noch schaffen will. Robin
Schrick aus der Schulschachgruppe von Daniel spielt hier sein erstes
Schachturnier überhaupt und lernt von Partie zu Partie neue Sachen
dazu. Einen Punkt hat er bereits gemacht!
Die U12 ist in zwei Gruppen unterteilt. In der U12-1 spielen die
stärkeren Spieler, die um die Qualifikation zur Endrunde spielen.
Nikhil Roy hat bereits zwei Mal die Hamburger Meisterschaft U10
mitgespielt und wird sich sicherlich erneut zur Endrunde qualifizieren.
Nach einem guten Start mit zwei Siegen verlor er allerdings zwei
umkämpfte Partien gegen starke Gegner, wird aber sicherlich bald
zurückschlagen. Die Überraschung ist Jakob Speck aus Dennis'
Schulschachgruppe, er hat 2/2 und dabei schon gegen einen
Endrundenteilnehmer aus dem Vorjahr gewonnen.
In der U12-2 zeigt Demircan Kinikli, dass er aus seinen Niederlagen in
der Vereinsmeisterschaft viel gelernt hat. Mit 4/6 hat er sich vorne
festgesetzt. In dieser Gruppe ist es noch nicht Pflicht, die Partien
mitzuschreiben, aber selbstverständlich macht er das und ist bei der
Analyse extrem motiviert dabei. Nächstes Jahr wird er sicherlich in der
U12-1 eine gute Rolle spielen.
In der U10 hat Pieter Walraven mit 3/3 einen Traumstart hingelegt. Jim
Gurung hat 2/3 und kann ebenfalls noch von der Hamburger Meisterschaft
träumen. Die Erfahrung aus der Vereinsmeisterschaft hat beide schon
sehr stark gemacht! Jakob Neise kann in dieser Altersklasse noch zwei
Mal teilnehmen und hat momentan 1,5/6. Aus Renés Schulschachgruppe ist
David Schramm mit 3/3 ebenfalls gut dabei.
Etwas schade ist, dass nur sehr wenige Mitglieder aus unserer
Nachwuchstrainingsgruppe teilnehmen, dieses Turnier ist ein wunderbares
Training. Auch aus den Schulschachgruppen könnten mehr Teilnehmer den
Mut haben, sich der Herausforderung zu stellen.
Erstes Match, erster Sieg
Ein Bericht von Lars.
Die Hinfahrt ins finstere Schnelsen brachten wir annähernd pünktlich
hinter uns. Alice wollte gleich wieder weg, also schloss sie schnell
Frieden. Willi hatte sich einen Mehrbauern erkämpft, musste ihn aber
wieder abgeben und machte ebenfalls remis. An Brett acht erwies sich
der von René in allerletzter Sekunde als Ersatzspieler verpflichtete
Dennis Petru als erstklassig präpariert und schloss die Partie mit
einem schönen Königsangriff ab.
René stand eigentlich die gesamte Partie über besser. In gegnerischer
Zeitnot streute er eine Ungenauigkeit ein und stand kurz kritisch,
siegte dann aber doch. Ich hatte es an Brett vier andersherum gehalten:
Ich stand eigentlich den größten Teil der Partie schlechter, aber in
der bei Königsspringers grassierenden Zeitnot hatte mein Gegner
mehrfach die beste Fortsetzung ausgelassen und musste am Schluss seine
Dame weggeben.
Ich sagte Moritz, der ebenso wie Jan in großer Zeitnot war, dass es 4:1
für uns steht, und hörte mir im Analyseraum lustige Sprüchlein von René
an. Kurz darauf stieß Moritz dazu, der seine souverän geführte Partie
sicher gewonnen hatte. Jan war allerdings in einen heftigen
gegnerischen Königsangriff geraten und hatte viel Material ausspucken
müssen. Im Endspiel probierte er noch eine Pattfalle aus, aber sein
Gegner behielt die Übersicht. Schließlich einigten sich die
Spitzenbretter in einem komplizierten Schwerfiguren-Endspiel auf ein
Unentschieden. Unser erster Sieg in einer ziemlich ausgeglichenen
Klasse bedeutet sogar die Tabellenführung. Ein besonderer Dank geht
natürlich an unsere beiden Reservisten Moritz und Dennis für zwei von
zwei möglichen Punkten.
Weihnachtsopen Erfurt 2010
Ein Bericht von Dennis und René
Bei einer gemütlichen Autofahrt und sonstigen unterhaltsamen Extras
haben wir uns auf den Weg gemacht. Das Navi sagte uns eine Ankunft von
13:48 Uhr an. Das wurde bei einer Startzeit von 9:45 Uhr und 360
Kilometern Entfernung mit ungünstigen Witterungsverhältnissen von René
ziemlich schnell bezweifelt: „Ich würde einfach mal behaupten – es
lügt!“
Trotzdem motiviert und mit schlechten Sichtverhältnissen ging es auf
die Autobahn. Dass unser Fahrer Stefan praktisch nichts sehen konnte,
war anscheinend egal. Der Dreck auf der Frontscheibe geht bestimmt von
alleine weg... Zwei mal haben wir an einer Tankstelle angehalten, damit
hier und da etwas Flüssigkeit besorgt werden kann und die Sicht wieder
frei war.
In der Zwischenzeit wurde Forrest Gump genau analysiert und
interpretiert – schließlich müssen alle Details in einem Film erfasst
werden! Damit wurde auch beschlossen, dass der Film auf der Reise
geguckt wird, man muss ja auch die letzten Ungereimtheiten aus dem Weg
schaffen.
Stefan hat noch irgendwo und irgendwann im Schnee sein Revier markiert,
mit Nachkontrolle, ob es auch nach allen Regeln der Kunst gemacht
wurde. Dazu wurden die Straßenverhältnisse grausamer je weiter wir uns
in Richtung Osten begeben haben.
Deniz` Fahrt mit der Bahn dauerte länger und gab ihm die Möglichkeit,
insbesondere den Göttinger Bahnhof sehr intensiv zu erkunden.
Die Ankunft
Obwohl unser Haus von außen nicht gerade toll aussah, war das
Appartement echt klasse. Zwei Zimmer zum Schlafen, eine Küche, zwei
Toiletten, eine Dusche und ein Wohnzimmer mit gemütlichen Sofas. Auf
diesen wurde dann auch nach einer kleinen Mahlzeit entspannt mit einem
guten Buch und dem Wissen, dass wir hier gemütlich warten, während
Deniz noch in seiner Bahn sitzt. Auch unser Spielsaal konnte sich sehen
lassen: Wir hatten die Ehre, mit himmlischen Ausblick aus dem 17. Stock
zu spielen. Sowohl mal mit Tages-, Nacht-, Lichter- und Schnee-Blick!
Der Abend
Nach gefühlten „44534546346“ Stunden Verspätung zur Runde und dem
ganzen Schnick-Schnack von wegen Schach spielen waren wir um 23.30 Uhr
wieder zuhause und haben den Abend mit Goodfellas ausklingen lassen und
dem Entsetzen von Stefan und René, dass Deniz und ich den Film noch
nicht gesehen haben.
Tag 1
So gegen 9 Uhr war Aufstehen angesagt, schließlich müssen wir ja auch
um 10 Uhr zur Runde anwesend sein. Der Fahrstuhl zum 17. Stock war
immer ein Kampf gegen die Leute, die eben nicht in den 17. wollen. Zum
Glück gab es 30 Minuten Karenzzeit.
Viel wichtiger ist aber, dass wir allesamt die 2. Runde schnell
beenden und somit den vom Turnierort 50 Meter entfernten Rewe
plündern konnten. Eingekauft wurde so einiges. Die edelsten Zutaten, um
qualitativ hochwertige Croques herzustellen. Dazu noch als
gemeinschaftliches Mahl Spaghetti mit Oliven und Peperoni, zubereitet
von Chefkoch Stefan, der von der Jury ein einstimmiges Urteil bekam:
„Ich habe schon mal was schlechteres gegessen!“
Zuhause wurden diese unglaublichen Produkte natürlich auch verwendet.
Was dabei entsteht, sollte klar sein – dreckige Teller und Besteck! Und
wer wäscht das alles? Ja, ganz genau! Der Verlierer beim Ligretto! Für
Stefan, die Pfeife, mussten wir das Spiel erst einmal erklären und dann
zwei Testrunden durchlaufen. Abwasch war dann ja geklärt, der Gew...
Verlierer waaaaaar: DENIZ. Mit einem Punkt Abstand zum drittplatzierten
Stefan. Auf dem sicheren zweiten Platz fand ich mich wieder und René
sich auf dem ersten.
Zum Abend nach der Runde wurde wie geplant Forrest Gump geguckt und auf
jede verdammte Einzelheit geachtet. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass der
Junge echt viel gemacht hat in seinem Leben. Dass Jenny an Aids
gestorben ist, sollte übrigens klar sein. Unheilbarer Virus und das in
diesen Jahres. Dazu noch diese Risikogruppe...
Tag 2
An diesem Abend hat René sich weiter gebildet. Wer jetzt denkt, dass er
ein gutes Buch gelesen hätte, liegt total falsch. Er hat lediglich die
BILD gelesen. Erstmal wurde festgestellt, dass nicht nur die ehemalige
DDR ihren Glanz und ihre Schönheit verloren hat, sondern dass das
BILD-Girl gar nicht mal so gut aussieht.
Die Top 20 Länder waren gefragt und um sich einen Tag abwaschen zu
ersparen, machte René auch den Quizmaster. Ich wusste bereits, dass ich
dieses mal mit dem Abwasch mein Vergnügen haben werde... So kam es dann
auch. Den Rest des Abends wurden zwei hart umkämpfte Runden Wucherer
gespielt, welche natürlich gaaaaaaaaar keinen Spaß gemacht haben, weil
da iiiiiiiiirgend welche Blöd-Kinder mit Bomben, Irren und haste nicht
gesehen das Spiel verbaut haben. Was soll‘s, ohne Dächer lebt es sich
eben leichter.
Tag 3
Als Stefan und ich unsere Morgenrunde beendet hatten und noch einen
Mini-Einkauf machten, gingen wir ohne Deniz und René zurück zur
Wohnung. Da hab ich mich erst ein mal aufs Glatte führen lassen und
eine akrobatische Sturzlandung hingelegt. Mit allem was dazu gehört:
Gleichgewicht außer Kontrolle, Sour Cream in den Schnee geworfen und zu
guter letzt natürlich die um Haaresbreite verpasste Konfrontation von
Kopf und Wand (könnte dramatischer wirken als es war).
Der Abendabwasch wurde dann mit dem schönen Spiel Tabu geklärt, und da
Stefan und René sich Wörter teilweise durch großartige Kenntnisse im
deutschen (Schlager)liedgut vorsingen konnten, durften Dennis und Deniz
abwaschen.
Zum schachlichen Teil (von René)
Alle vier Spieler haben sehr erfolgreich gespielt und konnten DWZ und
Elo gewinnen, bzw. sich sehr gute Halbelozahlen erspielen. Am Preisgeld
sind alle knapp vorbeigeschrammt, aber immerhin hat es für zwei
Sachpreise gereicht. Die Vor- und vor allem die Nachbereitung der
Partien war an jedem Abend Teil des Programms und sehr lehrreich. Alle
vier Teilnehmer waren sich einig, dass sie demnächst (vielleicht zu
Ostern?!) wieder zu einem Open fahren wollen.
Hier geht’s zu den Tabellen:
http://www.schach-info.de/erfurt/erg2010-meister.html
http://www.schach-info.de/erfurt/erg2010-haupt.html
Glücklich nach einem harten Kampf
HMM 2011: Das Auftaktspiel der zweiten Erwachsenenmannschaft
Ein Bericht von Dierk
Tischdecken wie Tod. Die Wände in bleiches ödes Ockergelb getunkt; ein
Ort, der eine Aura ausstrahlt, als ob Altwerden nicht nur schrecklich
ist, sondern grausam zu sein scheint. Und ausgerechnet genau an diesem
Ort schlug sich die zweite Mannschaft unbeirrt all der dräuenden Dinge,
die da kommen mögen oder auch nicht, jugendlich, tapfer, unerschrocken!
So hat Daniel an Brett 1, obwohl eigentlich schon alles vorbei schien,
seinem Gegner auch ohne Dame und mit unbekümmerter Kaltschnäuzigkeit
ein nicht mehr erwartetes und schon gar nicht mehr zu erhoffendes Remis
abringen können. Das war der entscheidenden halbe Punkt, der für den
knappen Sieg im Auswärtsspiel gegen Rösselsprung reichte.
Nachdem Luca an Brett sieben und Dierk an Brett acht, die Zweite etwas
überraschend und relativ schnell zwei zu null in Führung gebracht
hatten, mussten sich Nora ("zwei Bauern weniger sind einfach zu viel
Nora" - so Renés Kommentar nach dem Spiel), Stefan und Lennart in
ihren Partien geschlagen geben, bis Routinier Holger das Steuer wieder
herumriss und zum drei zu drei ausglich. So konzentrierten sich alle
Blicke auf die beiden letzten Bretter; auf dem einen konnte Dustin
letztlich eine zähe und bleierne Stellung in der Nachspielzeit am Ende
deutlich für sich entscheiden, während an Brett 1 das Drama seinen Lauf
nahm und Daniel seinen Gegner trotz Verluststellung durch kluge, kleine
und doch wirksame Züge noch in Zeitnot brachte und diesen zu einem
Unentschieden zwang. Glücklich und zufrieden, nach "hartem Kampf" wie
Meister Mandelbaum meinte, verließ die Zweite schließlich den Spielort.
Ließ die Tischdecken wie Tod hinter sich und geht nun voller Optimismus
in die kommenden Spiele.
Bericht Weihnachtsfeier 17.12.
Am Nachmittag trafen sich die Jugendlichen und einige Eltern zur
Weihnachtsfeier. Die Trainer hatten alle ihre Sonntagskleidung aus dem
Kleiderschrank geholt und ein schönes Programm entworfen.
Zunächst wurde natürlich ordentlich und teilweise sogar gesund gespeist.
Anschließend wurden vier Mannschaften gebildet, die verschiedene Spiele
gegeneinander bestritten, u.a. Paare sortieren, Flügelschach, Anno
Domini, Bluff, Pantomime, ein großes Wissensquiz und vieles mehr.
Anschließend wurden die Sieger der Vereinsmeisterschaft geehrt und das Turnierheft verteilt.
Außerdem wurde der „Aufsteiger des Jahres“ geehrt, die Jury hat sich für Anton S entschieden und ihm ein schönes Buch geschenkt.
Um 19 Uhr fand dann das traditionelle Weihnachtsblitzturnier statt, im
A-Finale siegte Lars vor René, im B-Finale teilten Nora und Holger den
ersten Platz, im C-Finale gewann Till von Anton.
Hier gibt es noch weitere Fotos.
Auftaktsieg in der Frauenlandesliga
Frauenlandesliga 1. Runde
Ein Bericht von Nora
9. November 2010
Die erste Runde der Frauenlandesliga, von bösen Zungen auch
Frauenkegeln genannt, wobei ich immer fand, dass das nach was anderem
klingt, hat am Sonntag stattgefunden.
Wir durfte gegen Diogenes antreten, im Voraus als starker Gegner
eingeschätzt. Sonntags morgens begann also der Kampf und zuerst muss
gesagt werden, dass er in einer Altentagesstätte stattfand. Man fühlt
sich jünger, wenn man wieder rausgeht. Es bleibt unschachlich noch zu
sagen, dass die alten Leute gut malen können und zwei Exemplare von
"die Firma" an zwei verschiedenen Orten in ihrem Bücherregal stehen
hatten.
Schachlich waren die Gegnerinnen nicht ganz so furchteinflößend
aufgestellt, wie befürchtet. Alice spielte an Brett 1 eine lange
Partie, die für mich als Außenstehenden kurzzeitig gewonnen für sie
aussah, dann uneinschätzbar wurde, die sie dann aber doch noch gewann.
An Brett zwei durfte ich mich herumschlagen und in einer verwirrenden
Stellung übersah meine Gegnerin die entscheidende Drohung und musste
sich dem Motiv Doppelangriff geschlagen geben.
Von Brett 3, an dem unsere Gastspielerin Carina spielte, habe ich nicht
viel mitbekommen, irgendwann hatte sie zwei Leichtfiguren gegen einen
Turm und wahrscheinlich hat sie diesen Vorteil souverän zum Sieg
geführt.
An Brett 4 spielte Yasmeen, die lange Zeit eine geschlossene Stellung
auf dem Brett hatte. Die Stellung öffnete sich irgendwann am
Königsflügel und in der Analyse musste festgestellt werden, dass
Yasmeen in der Schlussstellung, in der ihre Gegnerin und sie sich auf
ein Remis geeinigt hatten, eigentlich auf Verlust stand. Ein bisschen
Glück gehört halt auch dazu.
So endete der Kampf am Sonntagnachmittag mit einem erfreulichen 3,5-Sieg.
Der nächste Wettkampf ist ein Heimspiel am 5.12. gegen den SKJE, Fans sind herzlich willkommen.
Die Seite des
Schleswiger Holsteiner Schachverbandes zeigt
Tabellen, wenn man unter Ligen, Landesverband auf Frauenlandesliga klickt.
2.
Fussball beim HSJB: Tunneln ist immer gut
Am Samstag, den 25. September, hat der
HSJB ein Fußballturnier im Stadtpark ausgetragen. Sechs Mannschaften
trafen sich und jeder spielte ein Mal zehn Minuten gegen jeden. Achim,
Daniel, Jan, Maik und René haben uns dort vertreten. Als erstes lernten
die Nicht-Vereinsspieler von den Profis, warum man dort eh nicht
gewinnen kann. Der Platz ist schlecht, die Tore zu klein und das Feld
zu kurz. Außerdem ist morgen noch ein wichtiges Spiel und dafür muss
man sich schonen, also viel laufen geht schon mal nicht. Und außerdem
darf die Hose nicht dreckig werden, schließlich kostet das sonst Strafe
in die Mannschaftskasse. Gute Spieler wissen halt schon vorher, warum
sie Versager sind, schlechte Spieler merken das immer erst hinterher.
Haben sie wohl im Vereinstraining so gelernt.
Im ersten Spiel konnten wir mit der Taktik "Pass zu Achim" 1:0 gegen
den SKJE gewinnen. Schon mal nicht schlecht. In der Pause wurden die
Anfänger dann schnell in die Kunst des Passens ("Aber nicht flach, der
Platz ist viiiiieeel zu schlecht") und Stoppens eingeführt. Auch ein
kurzes Referat zum Thema "Versteckte Fouls im Training der E-Jugend"
wurde uns noch präsentiert. Mit diesem Wissen konnte gegen Diogenes 2
dann auch 4:0 gewonnen werden, die Gegner waren eigentlich nur im
Lamentieren, Diskutieren und Reklamieren gut, es waren halt alles
erfahrene Vereinsspieler.
In der nächsten Pause wurde das Thema "Tunnel" besprochen, und die
Profis erklärten, dass ein Tunnel immer gut ist, auch wenn man den Ball
dabei ins Aus schießt. Außerdem muss man im Vereinstraining massig
Liegestützen machen, wenn man beim 5 gegen 2 getunnelt wird.
Das nächste Spiel gegen Königsspringer ging 0:1 verloren, obwohl der
Schiedsrichter das Tor eigentlich nicht anerkennen wollte. In der
nächsten Pause war dann mal kein Training, die Nachwuchstrainer wurden
zum Kiosk geschickt, um sich endlich mal richtig nützlich zu machen.
Das Zielwasser erwies sich als hilfreich, gegen die Schachelschweine
konnte 2:1 gewonnen werden. Und wirklich ärgerlich war, dass der Schiri
abgepfiffen hatte, als wir auf das leere Tor zustürmten. Aber egal.
Inzwischen war der Grill auch in Betrieb, und die Pause wurde zur Stärkung genutzt.
Vor dem letzten Spiel gegen Diogenes 1 war klar, dass uns ein
Unentschieden zum Turniersieg reichen würde. Doch nach zwei blöden
Gegentoren konnten wir nur noch den Anschlusstreffer schaffen, mehr war
nicht drin.
Fußball ist ja eigentlich ganz lustig, aber wenn man verliert ist es
eine unglaubliche Verschwendung von Zeit. Nachdem wir noch eine Urkunde
und fünf Lollis abgeräumt hatten, konnten wir mit einem dritten Platz
nach Hause fahren.
Berichte
vom Mittelstands-Cup.
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1.
Mannschaft
Ein Bericht von Lars
Als
zweimaliger Turniersieger wollte die erste Mannschaft dieses Mal das
Recht erringen, den Mittelstandscup dauerhaft in unserer Vereinvitrine
aufzubewahren. Dafür wurden sogar liebgewonnene Gewohnheiten geopfert -
Jan durfte uns zu Lars’ großer Erleichterung vor Turnierbeginn keine
Titel verleihen.
Das Turnier ging dann standesgemäß
mit zwei Siegen los, wobei Jans Mannschaftskameraden zittern musste,
weil er seine überlegenen Stellungen stets in entsetzlicher Zeitnot
bekam. Wir wollten uns endlich am mit dem von uns mitgebrachten
Spielmaterial ausgestatteten Tisch eins festspielen. Aber als der
Turnierleiter unsere gute Performance schon mit dem Auftreten der
Deutschen Fußballer in Südafrika verglich, machte uns die Diagonale
Harburg einen Strich durch die Rechnung: Erst stellte Lars seine Dame
ein, dann übersah Jan mit ein paar Sekunden auf der Uhr, dass er im
Damenendspiel seinen Bauern mit Schach umwandeln konnte, und
anschließend konnte René seine verlorene Stellung nur noch zum Remis
umbiegen - 1,5 zu 2,5, unsere erste Niederlage. (Hoffentlich ist das
kein schlechtes Omen für das Spiel gegen Spanien am Mittwoch.)
Danach
ging es aber wieder nach oben: Während wir gegen die übrige Konkurrenz
gewinnen konnte, gab die Diagonale gleich im nächsten Spiel zwei Punkte
ab, so dass wir zum dritten Mal in Folge den Mittelstandscup gewonnen
habe. Nächstes Jahr muss ihn dann aber unsere dritte Mannschaft holen,
da wir als Stadtliga-Mannschaft nicht mehr startberechtigt sind.
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2.
Mannschaft
Ein Bericht von Holger
Hier
ein
Bericht über die Teilnahme der 2. Mannschaft an dem »Mittel-Stand-Cup«
mit
einem massenhaften Fussball-Metaphern-Transfer.
Die
Aufstellung:
Daniel P
Moritz
Lennert
Holger
Nachdem ich die Aufstellung beim
Turnierleiter abgegeben hatte, musste ich mich fragen lassen, ob ich
wirklich so schlecht spielen würde oder ob die Brettreihenfolge
verbotenen taktischen Erwägungen geschuldet sei. Ich versicherte ihm,
dass Lennert auch schon bei der HMM zu recht vor mir gespielt habe und
die Jugend ja sowieso täglich besser würde. Einen Schach-Idioten-Test
musste ich zum Glück nicht antreten. Ich war ja eh zufrieden mal den
Libero – quasi den Kaiser – geben zu können.
In der
ersten Runde begannen wir gegen die Mannschaft »Diagonale« defensiv,
sicherten uns aber durch einen rustikalen Zangenangriff das
Unentschieden. Brett 1 + 4 gewannen bei punktlosem Überbrücken unseres
Mittelfeldes. Mein Gegner bot mir zwei mal Remis an – oh je
dachte ich, jetzt geht es schon wieder los - wobei ich beim
ersten mal nur erwidern konnte: »Ich weiß ja gar nicht, wie es bei den
anderen aussieht«. Beim zweiten mal sagte ich dann gar nichts mehr.
Hätten
wir gewusst, dass unsere 1. Mannschaft mit den genialen Einzelspielern
später gegen »Diagonale« verlieren sollte, hätten wir natürlich
hilfreich an Brett 2 und 3 den einen oder anderen Zusatzpunkt gemacht.
Nachdem
wir bis Runde 4 entweder friedlich remisierten oder gar gewannen,
konnten wir ab Runde 5 unsere Frühform nicht mehr halten. Das lag an
der ungewohnten dünnen Hafenluft und am unbekannten Spielmaterial mit
unerwarteten Flugeigenschaften.
Meine
Partie in der letzten Runde gegen Peer war dadurch bestimmt, dass ich
durch ungestüm/ungeschicktes Armfuchteln eine Figur auf den Boden
schleuderte (unerwartete Flugeigenschaften eben), dachte
aber, es handele sich um ein am Tischrand abgestelltes,
bereits geschlagenes Klötzchen und versuchte, meine Überlegungen nicht
durch das Absuchen des Bodens stören zu lassen. Peer hat mich dann nach
einer Weile gefragt, ob ich nicht meinen Turm auf a8 wieder hinstellen
wolle. Da fragt sich, was ich eigentlich für tiefgründige
Stellungsüberlegungen angestellt habe, bei denen es auf einen Turm mehr
oder weniger gar nicht ankommt.
Im Nachhinein tut es
mir leid, dass ich später – unmanierlicher Ehrgeiz - kein
Remis angeboten habe; das wäre ein Ausgleich für diese faire
Geste gewesen. Die ausgleichende Gerechtigkeit kam dann aber
durch Daniels verschossenen Elfmeter ins Spiel.
Da
ich oft viel zu viel damit zu tun hatte, über den Kampf
zurück ins Spiel zu finden, kann ich über die Partien meiner
Mitstreiter leider nichts Erhellendes sagen, und bei späteren
Rückfragen gibt es ja nur zwei Typen: den Blindspieler, der
mehre Zugfolgen - denen ich nicht folgen kann - unter Angabe der
genauen Notation runterrasselt oder den Spielertyp: kann mich an nichts
erinnern und das ist wohl auch besser so.
So kann
ich mich nur an Sonderbares bei meinem Sitznachbarn Lennert erinnern:
In einer Partie stand sein König z.B. merkwürdig als einzige Spitze in
der gegnerischen Stellung, aber was weiß ich schon. Auch konnte ich ihn
dabei beobachten, wie er mit seinem Läufer zu einem Kamikazedribbling
ansetzte bei dem dieser gegen zwei Bauern verloren gegangen wäre.
Lennert aber griff statt dessen schnörkellos ohne Übersteiger einen
Turm vehement an, der sich der Drohung
nur dadurch entziehen konnte,
das er den ungedeckten flinken Läufer schlug.
Ein
schönes Turnier mit sagenhafter mannschaftlicher Geschlossenheit die
auch Daniels verschossenen Elfmeter locker verkraftete.
Hier
die Einzelergebnisse:
Weisse Dame
2 Diagonale
2
BVB/Zoll
2½ Blanke.
3
Transit 1
2 Beiersd. 1
1
Rapid
1 WDH 3
Daniel
Pfeiffer
1 0
1 0
0 0
0 2
Moritz
0 1
0 1
0 1
½ 3½
Lennert
0 ½
1 0
0 0
½ 2
Holger
1 1
1 1
1 0
1 6
______________________________________________________
3.
Mannschaft
Ein Bericht von Jochen
„Die
Zukunft gehört der modern trainierten Schachjugend aus der Schule
Mandelbaum“ - Ein Interview von Agobert Schlaumeyer mit Spielertrainer
Jochen Malchau angesichts der sensationellen Platzierung der Mannschaft
WD3
Durch einen Trick gelang Agobert Schlaumeyer
hinter die Absperrung, welche die Hamburger Polizei spontan errichten
musste, um die drei Mannschaften der Weissen Dame bei der Siegesfeier
vor dem Ansturm der überwiegend weiblichen Fans zu schützen. Das
Interview wurde exklusive in einem Fastfood- Restaurant geführt.
Agobert
Schlaumeyer: Herr Malchau, normalerweise können Sie sich nach dem
Turnier zumindest ansatzweise erinnern, was auf den anderen Brettern
gespielt wurde. Warum heute dieser Totalausfall in Ihrer Erinnerung?
Jochen
Malchau: Nun, die Jugend, insbesondere
bei der WD3, ist in den letzten 15 Jahren einfach schneller geworden.
Sie spielt im Gewinnsinne präzisier und versteht auch den Chaos-
Angriff durch Blättchenfall des Gegners zu vollenden, selbst, wenn man
schon eine Dame im Rückstand ist. Da kann selbst ein geschulter
Beobachter von der Seite nur noch mit modernen Schachprogrammen folgen.
A.S
Aber vor 25 Jahren sind Sie doch auch in die Jugendoberliga Nord
aufgestiegen?
J.M Das stimmt.
Sie sind gut informiert über die Hamburger Schachgeschichte (breites
Lächeln, 5 Minuten Kunstpause). Aber der Spielertrainer Maradonna/
Malchau hat heutzutage als Modell ausgedient. Wissen Sie, ein
Mandelbaum-Trainer schult einen Till, Peer oder Denniz wöchentlich mit
Taktik und Eröffnungstraining, sodass ein gewöhnlicher Hamburger Gegner
gegen diese Jungen Wilden gar nicht mehr ins Mittelspiel kommt. Das ist
Offensivschach vom Feinsten. Ein Malchau sollte sich da nie mehr auf
den ersten Brettern aufstellen lassen
A.S
Sie meinen, durch das Schweizer System haben die 3 Jungen Wilden der
WD3 Ihnen ständig starke Gegner beschert?
J.M
Richtig. Ihre Analyse ist bestechend. Ein Karpov, wissen Sie, schöpfte
in den 80ern seine 15 Minuten bei Schnellpartien noch voll aus und auch
Hamburger Amateure konnten auf Zeit spielen. Ein Carlsen versteht es
heutzutage jedoch, durch moderne Taktik die ersten Tore gegen einen
Hamburger Routinier schon in den ersten Minuten zu verwandeln.
A.S
Wird der Aufstieg der Generation Denniz/ Peer/ Till noch von anderen
Hamburger Jugendmannschaften zu stoppen sein?
J.M
Eh. Ich glaube nicht. Sie spielen aus der Tiefe des Raumes des tiefen
Wissens der Schachschule WDH. Sie sind mental äußerst stark. Beim
Training in der Schachschule gibt es einen ausgeklügelten
Ernährungsplan mit einer geheimen Abfolge von Pizza und Döner, die von
der Spionage anderer Mannschaften noch nicht entschlüsselt werden
konnte.
A.S Sie meinen, da sind
Nachwuchsspieler aus den Walddörfern, die auf Soja- Vollkornbasis
ernährt werden im Nachteil?
J.M
Richtig. Das Gehirn ist bei Vollwertkost mit der Zerlegung der
Ballaststoffe beschäftigt und kann sich nicht auf moderne
Variantenarbeit konzentrieren. Zum Aufbau von Nervenstärke dürfen
gerüchteweise beim Training auch Bauern geschmissen werden, allerdings
nur, wenn die Öffentlichkeit vom Training ausgeschlossen ist.
A.S
Bauern?
J.M Ja, gerüchteweise
fliegen auch Damen beim Training. Da sieht man selbst alt aus, wenn man
vor 25 Jahren in der Schellingstraße noch mit der Sanduhr geblitzt hat.
Oder wir mussten damals blind blitzen, weil es damals nicht genug Geld
für Schachbretter gab…
A.S Herr
Malchau, wir danken Ihnen für das Gespräch
______________________________________________________
Der Fluch von Novgorod , ein
nerviges Labyrinth und mehr
Ein Bericht von Jan
Weil
bereits vor einem Jahr gewünscht, stand nun endlich der Ausflug in
einen Vergnügungspark an. Nach langem Hin und Her mit Bahnfahrten und
Gruppentarifen wurde schließlich von oberster Stelle beschlossen, den
Hansapark anzufahren.
Wir schreiben Mittwoch, den
19. Mai 2010
um 7 Uhr, und alle 10 Vergnügungsparkfahrer sind pünktlich am
Treffpunkt Reisezentrum. Alle? Nein! Daniel D., (wir nennen ihn hier D.
Dräger aus Anonymitätsgründen) ist gerade aufgestanden und boykottiert
somit erfolgreich die Abfahrt um kurz nach 7 Uhr. Das heißt eine Stunde
warten… Aber wo ist eigentlich Till? Nach einem kurzen Telefonat
stellte sich heraus, dass er urplötzlich doch keine Zeit hat, wo er
gerade um 7 Uhr morgens an einem Ferientag aufgestanden ist.
Nun
denn. Die Wartezeit bis zum Eintreffen von Daniel wurde sich im
McDonalds von einer von Jan gesponsorten Runde Frühstück angenehm
gemacht. (Der Schreiber war leider auch zu spät gekommen…).
Mittlerweile kurz vor Bahnabfahrt war immernoch kein Daniel in Sicht
und so langsam mussten die Karten gekauft werden. René kaufte auf „Gut
Glück“ eine Karte für Daniel mit und wir liefen zur Bahn, trafen
unterwegs den verlorenen und leicht verwirrt anmutenden Daniel und
erwischten so eben unsere Bahn um 8 Uhr irgendwas. Als wir endlich zwei
anliegende, freie, 4er Plätze gefunden hatten, wurden die Mitfahrer
gesichtet: Schreiber Jan, seine Schwester Maria, Mr.
„Ich-bin-nicht-so-der Vergnügungspark-Typ“, Dennis, Stimmungskanone
Deniz, seine Schwester Yasmeen, Anton „Nur-mit- PSP“ Schellin,
Pausenclown Julius und der allseits bekannte Daniel Dräger. Nur schnell
noch Handynummern für den Fall der Fälle ausgetauscht, flink in Lübeck
umgestiegen und Sudoku gelöst, und schon waren wir nach knapp 2 Stunden
Fahrt in Sierksdorf, einem eingleisigen Bahnstieg mitten im Nirgendwo.
Kurz vor dem Eingang wurden noch die drei restlichen Tickets des
Gruppentickets an eine andere Familie verkauft und es konnte losgehen.
Noch schnell ein Foto und dann auf zur ersten Achterbahn. Dabei sei
gesagt, dass der Weg dahin ziemlich tricky ist… Wir durften danach
sogar einmal ausnahmsweise sitzenbleiben und eine zweite Runde drehen!
Nach
den Aufwärmrunden ging es dann zum wirklichen Kracher des Parks, dem
sogenannten „Fluch von Novgorod“, einer wirklich geilen Achterbahn mit
angeblich einer Beschleunigung von 0 auf 100 in unter 2 Sekunden. Wenn
man sie das erste Mal fährt ist man wirklich überrascht und man hat
Spaß. Das werden sicherlich alle Leute von uns bestätigen können. Nach
der Achterbahnfahrt darf man sogar noch durch ein kleines, nerviges
Labyrinth gehen, dessen Sinn sich mir nicht erschlossen hat.
Letztendlich kommt man, wenn man den Ausgang findet, in einen Shop, wo
man Fanartikel oder Bilder der Fahrt von einem erwerben kann. Zwei
Fotos von uns gibt es, sehr sehenswert… Anschließend folgten diverse
kleinere Fahrgeschäfte mit unmotivierten Mitarbeitern und kurzen
Fahrten. Beispielsweise bei dem Fallturm: Nachdem man einmal
hochgefahren ist, wird man einmal runtergelassen, und das wars dann.
Zwischendrin
testeten wir dann auch die Wasserrutsche und man muss sagen, es geht
besser, aber dazu später mehr. Als nächstes kam eine kleine Pause, denn
das Wetter war mittlerweile entgegen der Ansage unglaublich gut, der
Park aber dafür erstaunlich leer. Ein großes Plus! Dann wurde eine
Wildwasser Rafting Bahn getestet, bei der man in runden Schlauchbooten
sitzt. Am Ende der Fahrt entschied sich unser notorischer zu spät
Kommer, sein bisheriges Essen laut Aussage von René „rückwärts zu
essen“.
Dies führte uns zu der Idee, eine Pause
einzulegen und
mal ordentlich was, auf normalem Wege, zu essen, nachdem wir noch kurz
die Autoskooter ausgetestet haben, die fälschlicherweise von René als
Flugsimulator gehalten wurden.
Frisch gestärkt ging
es dann zu
einer Kabarett-Aufführung mit etwas Tanzeinlage und einigen Asiaten,
die erstaunlich artistisch begabt waren. Das nächste Ziel war die
angesprochene zweite Wasserbahn, die ihren Namen wirklich verdient hat.
Und selbst Yasmeens schlaue Taktik, beim zweiten Durchgang hinten zu
sitzen, denn beim ersten hat sie vorne viel Wasser abbekommen, schlug
leider fehl, so dass sie schön durchnässt war. Dann zu einer Show, bei
dem jemand unter Applaus andere Menschen auf der Bühne beklaut hat.
Sehenswert, auch wenn keiner von uns sich beklauen lassen durfte.
Direkt
danach stand einer der wohl anstrengendsten Dinge an diesem Tag an: Der
Freikletterparkour. Erstaunlich dabei war, dass grade die jüngeren wie
Julius und Yasmeen mit einer Leichtigkeit durch den wirklich
anstrengenden Parkour durchgekommen sind, während Jan und René und auch
Deniz so ihre Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hatten. Danach war
dann auch der Großteil der Zeit schon rumgebracht und wir setzten und
noch ein letztes Mal in die Achterbahn und marschierten dann Richtung
Ausgang und fuhren den gleichen Weg zurück, den wir auch gekommen
waren. Die Stimmung war schon leicht erschöpft, aber alle waren sich
einig, dass das ein gelungener Ausflug war und bald noch weitere zu
allen möglichen Zielen folgen sollen.